Viele kennen Sie und viele haben eines ihrer Bücher im Regal stehen. Die kochende Buchautorin oder schreibende Köchin hatte in den letzten Jahren großen Erfolg mit den Büchern „La Veganista“ und „Vegan backen“ und stand uns jetzt für ein kleines Interview zur Verfügung. Ein kleiner Teaser: „Vegan zu essen allein genügt eben nicht zur Weltverbesserung, ist aber ein verdammt guter Anfang!“

1. La Veganista gehört zu den erfolgreichsten veganen Kochbüchern des letzten Jahres. La Veganista ist sogar auf der Bestsellerliste unter allen Kochbüchern auf dem elften Platz. Können Sie Sich erklären, wie es dazu kommen konnte und haben Sie den Erfolg erwartet?

Der Erfolg von „La Veganista“, aber auch meines zweiten Buches „Vegan backen“ ist wirklich überwältigend und wirklich erwartet habe ich einen so großen Erfolg nicht. Ich habe höchstens darauf gehofft. Warum das Buch so erfolgreich ist, ist sicher eine Mischung aus vielen Faktoren: Die Leserinnen und Leser sind in den letzten Jahren sehr anspruchsvoll geworden und erwarten auch von veganen Kochbüchern einen hohen qualitativen Standard. Hinzu kommt, dass noch nicht so viele Frauen wirklich erfolgreich vegan kochen und backen und auch das muss sich dringend ändern. Und dann habe ich mit Gräfe und Unzer einen starken Partner. Der Verlag ist der größte im Bereich Kochen und Ratgeber. GU hat mich sehr dabei unterstützt, das Buch auf einem hohen Niveau umzusetzen.

2. Das Jahr 2014 hat gerade erst begonnen. Haben Sie Sich bereits ein neues Projekt vorgenommen? Schreiben Sie vielleicht ein neues Kochbuch?

Oh ja! Zunächst einmal erscheint am 3. Februar mein neues Buch „Vegan vom Feinsten“. Darin widmen Martin Kintrup, mein Co-Autor, und ich uns der feinen pflanzlichen Küche. Und in natürlich habe ich mir für dieses Jahr noch einige Dinge mehr vorgenommen. Wenn es soweit ist, verrate ich alle News zuerst auf meiner Facebookseite  https://www.facebook.com/vegansein oder auf http://www.nicole-just.de/terminekochkurse/.

3. Sie werden häufig als Expertin zu veganen Themen zu Rate gezogen. Welches Thema wird zurzeit häufig thematisiert und über welches Vorurteil haben Sie sich zuletzt aufgeregt?

Nicol Just

© René Riis

Und in einigen Debatten rund um den veganen Lifestyle kommen aus beiden Lagern, also von Veganern und Fleischessern, immer wieder Perfektionsansprüche, die mich unfassbar aufregen. So habe ich schon oft Menschen getroffen, die versuchten mir ganz spitzfindig und mit einer gewissen Grundaggressivität zu vermitteln: Um glaubwürdig zu sein, ist es meine Pflicht als Veganer, nicht nur vegan zu essen sondern zu 1000% vegan zu leben. In solchen Gesprächen kommen dann immer wieder die selben falschen Argumente gegen eine vegane Ernährung auf den Tisch. „Für deinen Tofu wird der Regenwald abgeholzt.“ ist so eine. Ich halte diese Grundaggressivität oft aus, weil ich denke, sie resultiert aus einer Angst vor Veränderung, die mir vor meiner Zeit als Veganerin auch nicht fremd war.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Veganer, die in solchen Kategorien denken und sich diesen Perfektionsanspruch selbst auferlegen. Da wird dann auf Social Media Seiten heftig darüber diskutiert, ob es ok ist das vegane Produkt XY zu kaufen, weil der Konzern dahinter nicht zu 100% ethisch vertretbar ist oder nur vegane Produkte herstellt. Leider bleibt es oft nicht bei Diskussionen, auch hier schwingt immer eine gewisse Grundaggressivität. Das ist schade, denn grundsätzlich sind Perfektionsansprüche für Einsteiger und Neulinge erst einmal abschreckend, egal von welcher „Seite“ sie kommen.

Vielen Dank für das Interview!

Wir freuen uns auf die neuen Projekte von Nicole Just und werden euch über Neuigkeiten natürlich auch bei uns auf dem Laufenden halten. Es werden bestimmt wieder großartige Projekte. Wir sind gespannt!