Erst kürzlich sind wir auf Facebook auf ein interessantes Blog gestoßen. Bei einbisschenvegan.de handelt es sich um ein Blog über (Natur-)Kosmetik & Pflege sowie Fair Fashion & Accessoires. Auch Restaurantkritiken oder Literaturtipps finden ihren Weg auf einbisschenvegan.de. Mit ihren Tipps hat Kathrin es geschafft vielen angehenden Veganer eine gute Hilfe zu sein. Gerade für die Frau von „Velt“ hat Kathrin zahlreiche Tipps parat.

1. Auf einbisschenvegan.de schreibst du über zahlreiche Themen. Was genau sin die Themen und wie bist du auf die Idee zu einbisschenvegan.de gekommen?

Kathrin (2 von 3) Über Veganismus und alles was dazu gehört blogge ich seit mittlerweile fünf Jahren. Besonders am Herzen liegen mir dabei Kosmetik und Pflege sowie Kleidung und Accessoires. Kein Lebewesen sollte für unser Wohlbefinden leiden müssen. Zudem möchte ich zeigen, dass vegane und fair produzierte Mode längst den doch manchmal sehr „ökologischen“ Kinderschuhen entwachsen ist und mittlerweile auch richtig schick daher kommt. Und dabei nicht einmal sehr teuer sein muss.
Ich war eigentlich immer schon irgendwie im Netz unterwegs und merkte irgendwann, dass immer mehr Menschen mich nach meiner Meinung fragten und lesen wollten, was ich schreibe. Als ich dann eines Nachmittags krank zuhause lag, war das Blog geboren.

2.Gerade (Natur-)Kosmetik ist ein großes Thema auf einbisschenvegan.de. Welche Tipps kannst du den Lesern von Feel-Veggie.de beim Kauf von Kosmetik geben?

Ganz wichtig: Etiketten lesen lernen! Was manchmal gar nicht so einfach ist, denn Hersteller „verklausulieren“ ihre Inhaltsstoffe oft bis zur Unkenntlichkeit. Einen guten Einblick in den Dschungel der Incis verschafft da das Buch „Die Wahrheit über Kosmetik“ von Rita Stiens, was ich selbst gerade lese.

Ich achte natürlich zuallererst darauf, dass das Produkt vegan ist, sprich keine Inhaltsstoffe tierlicher Herkunft darin enthalten sind. Das können leider so einige sein. Die gängigsten – und auf den ersten Blick erkennbaren- sind wohl aber Bienenwachs (Cera Alba), Lanolin (Wollwachs), Karmin (Roter Farbstoff, der sehr häufig in dekorativer Kosmetik verwendet wird.) und Seide (Silk). Darüber hinaus gibt es noch viele „Fallstricke“, beispielsweise Inhaltsstoffe, die sowohl tierlicher als auch pflanzlicher Herkunft sein können. Bei fehlender Deklaration hilft dann auch mir nur eine Anfrage direkt beim Hersteller. Oder eben ein Blick ins Netz. Es gibt – neben ein bisschen vegan natürlich 😉 – viele interessante und aufschlussreiche Blogs zum Thema. Kosmetik-vegan.de und A Very Vegan Life (http://averyveganlife.de/) sind nur zwei Beispiele. Auch Beautyjagd, wenn auch nicht 100% vegan, recherchiert immer sehr ausführlich.

Ansonsten versuche ich Erdölderivate, wie Paraffinum Liquidum, und Co. sowie Silikone zu vermeiden.
Sie dichten die Haut regelrecht ab, verhindern die Feuchtigkeitsaufnahme und führen bei vielen Menschen über kurz oder lang zu Hautproblemen. Noch dazu ist beispielsweise Paraffinum Liquidum ein sehr billiges Abfallprodukt der Erdölproduktion. Das möchte ich nicht freiwillig auf der Haut haben.
Wer leicht reizbare Haut hat, sollte auch auf Alkohol in den Produkten verzichten, bzw. darauf achten, dass er in der Inci-Liste möglichst weit hinten auftaucht. Denn diese gliedert sich nach den enthaltenen Mengen der Inhaltsstoffe, sprich: Je mehr davon in dem Produkt drin ist, desto weiter vorne steht ein Stoff in der Liste.
So kann man auch auf einen Blick überteuerte Cremes entlarven, die mit einem teuren Rohstoff werben, der womöglich aber nur in homoöpathischen Dosen enthalten ist. Und somit weit unten steht 😉

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3. Wann hast du dich entschieden vegan zu leben und wie kam es dazu?

Der Fairness halber muss ich sagen, dass ich nicht zu 100% vegan lebe. „Ein bisschen vegan“ eben. Wobei das „bisschen“ mittlerweile einen sehr großen Teil in meinem Leben einnimmt.
Fleisch und Fisch strich ich vor mittlerweile fast 11 Jahren vom Speiseplan, nachdem ich das erste Mal Kontakt mit der Tierrechtsszene hatte und mich genauer mit dem Leid in der Fleischindustrie beschäftigte. Mit der Zeit wurde dann – als logische Konsequenz – auch der Veganismus für mich immer wichtiger. Was Kosmetik, Kleidung und Co.angeht lebe ich seit nunmehr 5 Jahren so tierleidfrei wie möglich. Meine Ernährung hinkt aber tatsächlich noch ein wenig hinterher, was vor allem daran liegt, dass ich beruflich auf „fremd-zubereitetes“ Essen angewiesen bin und eine Schwäche für Käse habe. Da muss ich mir an eine eigene egoistische Nase fassen. Ich selbst koche für mich aber fast ausschließlich ohne tierliche Produkte, esse so oft es geht auch auswärts vegan und freue mich über jedes vegane Gericht, was ich irgendwo entdecken und probieren darf.

Ich halte es nach dem Motto: Jeder Schritt zählt.

Vielen Dank für das tolle Interview!

Schaut doch einfach mal auf Kathrins Blog vorbei, oder besucht Ihre Facebook-Seite.